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“Die kunstvolle Überlagerung von Geisterwelt und Zirkusmetapher hält durch alle Szenen und erlaubt einen neuen, zauberischen Blick auf die Liebestragödie, die den aufgehäuften Kitsch unendlicher misslungener Aufführungen dieses Dramas hinter sich lässt.”
(HNA)
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Szenenbild Romeo und Julia
Romeo und Julia, William Shakespeare
Regie: Lee Beagley,
Bühne: Anna Siegrot, Kostüme: Marie-Theres Cramer
Theater: Staatstheater Kassel, 1998

Anna Siegrot hat für die Bühne, unterstützt durch Marie Theres Cramers ideenreiche Kostüme und Masken, eine umfassende theatralische Metapher gefunden, die in ihrer Konsequenz überzeugt: Die Piazza, der Palast, die Einsiedelei, Julias Gemach, schließlich die Gruft sind Teil der Szenerie eines riesigen Zirkuszelts, das zugleich Welt und Sternenhimmel darstellt. Wenn Julia in der "Balkonszene" mit Romeo spricht, öffnet sich fenstergleich ein Ausschnitt dieses nächtlichen "Himmels", die Bankreihen am Rande der Arena werden zu Mauern, auf denen die Amour fou, vom Blitzschlag der Liebe, Getroffenen auf und abrasen können, während hoch im Gestänge wie eine Zirkusartistin Queen Mab mit dem vom Tod im Duell geisterhaft wieder auferstandenen Tybalt lautlos scherzt. Die kunstvolle Überlagerung von Geisterwelt und Zirkusmetapher hält durch alle Szenen und erlaubt einen neuen, zauberischen Blick auf die Liebestragödie, die den aufgehäuften Kitsch unendlicher misslungener Aufführungen dieses Dramas hinter sich lässt.
HNA